Die Fröschau – ein Ort mit Geschichte

Erste Hinweise auf eine Besiedlung in diesem Bereich liefern Keramikreste südlich der Straße. Sie zeigen uns, dass hier im 5. Jahrhundert vor Christus zeitweise ein keltischer Hof bestand.
Die Frühgeschichte der Fröschau ist noch relativ unklar: 1431 wird bereits der Flurname im Zusammenhang mit Wiesen erwähnt, der Hof aber erst 1497. Die ersten bekannten Besitzer war die Nürnberger Patrizierfamilie Mendel, die sich bereits 1388 mit der sogenannten Zwölfbrüderstiftung einen Namen machte: Sie stifteten ein Altersheim für alleinstehende Handwerker. Und diese Heimbewohner wurden seit 1537 unterstützt durch Abgaben aus der Fröschau, nämlich Roggen für das Brot, 30 Käse, vier Hühner im Herbst und zwei Hennen zur Faßnacht. Das Ganze wurde erwirtschaftet auf fünf Äckern und fünf Wiesen mit ungefähr 5 Hektar Fläche, dazu kamen noch 6 Hektar Wald. Die Bauern selbst waren Familien aus der Umgebung, wie Lang, Braun, Brunner, Rupprecht, Mayer und drei Generationen lang die Ottendörfer (1721-1805).
Seit 1560 geben uns die ältesten Karten einen ungefähren Eindruck vom Aussehen der Gebäude und 1599 erfahren wir von Plänen zum Neubau des Stadels und Innenausbau des Hauses. Schwierig war für die Fröschauer Bauernfamilie die Lage als Einzelhof an einer befahrenen Straße. Die Bäuerin hatte Angst vor Überfällen, wenn der Bauer weiter entfernt auf dem Feld oder zum Holzverkaufen am Markt war. Deshalb beantragte der Hofinhaber 1753 die Einrichtung einer Nebenwohnung am Hof, die ihm 50 Taler für das weitere Feuerrecht kostete. Möglicherweise ist in dieser Zeit das kleine Fachwerkhaus an der Straße entstanden, später wohnten dort Taglöhnerfamilien.
Fast 300 Jahre hatte die Fröschau zum Landgebiet der Reichsstadt Nürnberg gehört, bevor sie 1796 für zehn Jahre unter preußische Herrschaft kam. Mit dem Anfall ans Königreich Bayern wurden die zwei Häuser 1810 der neu gegründeten Gemeinde Moosbach (bis 1972) zugeschlagen. Der Hof selbst kam für rund ein Jahrhundert in die Hände der Rummelsberger Bauernfamilie Link, bis diese ihn 1907 mit 78 Tagwerk Land an das benachbarte Diakoniewerk, die Rummelsberger Anstalten verkaufte. Die Nachkommen der früheren Besitzer wohnen heute noch in der Region, wie z. B. in Winkelhaid. Eine ausführlichere Geschichte des Hofes erscheint demnächst in den Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft.

Walter Stadelmann, Rummelsberg

Bild: Fröschau 1916, Bildrechte: K. Müller, Fröschau 1

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