Das Schwarzenbrucker Silvesterfeuer

Das Schwarzenbrucker Silvesterfeuer

In Schwarzenbruck wie auch in Ochenbruck war es Tradition zu Silvester auf einem zentralen Platz ein Holzfeuer zu entzünden. Die Tradition reicht mindestens in die Zwischenkriegszeit zurück, ist aber wahrscheinlich noch älter.

In Schwarzenbruck war der Ort dieses Feuers der Plärrer. Nachdem sich die Schwarzenbrucker dort versammelt hatten wurde Punkt 00 Uhr das Feuer entzündet und die Menge began die  3 Verse des Liedes “Nun danket alle Gott” zu singen. Nach diesem Ritual beglückwünschten sich die Bürger gegenseitig zum neuen Jahr. Zum Schluss sprangen mutige Mädchen und Jungen über die Glut des erlöschenden Feuers.

In den letzten Kriegsjahren musste diese Tradition wegen der Verdunklungsvorschriften für einige Zeit unterbrochen werden. Kurz nach Kriegsende wurde sie wieder aufgenommen. In den1960ger Jahren wurde der Gesang der Schwarzenbrucker durch den neuen Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde unterstützt.

Das Ritual fand statt solange sich einer für zuständig fand das nötige Holz vorrätig zu halten und den Stapel aufzuschlichten. Der letzte, der sich dieser Aufgabe gewachsen zeigte war der Schwarzenbrucker Altbäckermeister und spätere Museumsbetreiber Willy Distler.

In Ochenbruck war der Platz den dieses Silvesterfeuer erstrahlen ließ, der heutige Parkplatz vor dem Hotel Hellmann. Nach dem Bau der Erdgasleitung nach Neumarkt mussten die Ochenbrucker diesen Brauch aufgeben.

Die Abbildung zeigt das Zentrum von Schwarzenbruck. Zeitpunkt ist wahrscheinlich der Jahreswechsel 1967/1968. Der Schein des Feuers lässt auf diesem Foto die Fläche links des Baukrans  im Hintergrund in fahlem Gelb erstrahlen. Der Fotograf stand an dem bei alteingesessenen Schwarzenbruckern als “Säghübbel” bekannten Aussichtspunkt, südlich oberhalb der ehemaligen Faber’schen Säge. Auf dem Foto befinden sich von links nach rechts Das Ecksteinhaus, das Miedererhaus, das mittlerweile abgerissene Gemeindehaus und auf der anderen Seite der Dürrenhembacher Straße das Schrödelsche Bauernanwesen.

Beim Gemeindehaus handelt es sich um das beim Luftangriff auf Schwarzenbruck am 20.04.1945 zerstörte und nach Kauf durch die Gemeinde wieder aufgebaute Wohnhaus des Fenzelbauernhofes.

Die Gemeinde nutzte dieses Gebäude als Heim für Heimatvertriebene sowie für bedürftige Schwarzenbrucker Bürger.

Adolf Knoch, Bernd Mayer, Albrecht Frister.

 

Silvester 1967/68
Quelle: Unbekannt, zur Verfügung gestellt: Archiv der Gemeinde Schwarzenbruck

 


Silvester 1967/68